Freitag, 3. September 2010

HbbTV: WebTV-Standard erobert Fernsehmarkt

Köln - Eutelsat hat angekündigt, in Kooperation mit VideoWeb noch vor Ende 2010 die Applikation "KabelKiosk interaktiv" zu starten. Die Lösung basiert auf dem HbbTV-Standard (Hybrid Broadcast Broadband TV) und bindet fast alle im Web verfügbaren Inhalte in den Fernsehgenuss ein. "KabelKiosk interaktiv ist eine Lösung für eine digitale Medienwelt, die TV- und Internetdienste miteinander verknüpft", sagt Thomas Fuchs, Pressesprecher Eutelsat Deutschland, im pressetext-Interview.

"Den Zugang zum Service und dessen Angeboten erhalten Kabelnetzkunden über die sogenannte Red-Button-Funktion per Knopfdruck auf der Fernbedienung", erklärt Fuchs. Auf der ersten Seite der Applikation werden direkte Links zu speziellen Seiten des Services und Tipps als Videos bereit gestellt. Der Nutzer entscheidet dann, welche Dienste und Angebote er nutzen möchte.

Interaktives Fernsehen

Die KabelKiosk-interaktiv-Anwendung bietet umfassende Dienste und Abrufinhalte wie etwa Webshops sowie Portale für Netzbetreiber. Der Kabelnetzkunde kann sich beispielsweise über Spielfilme im Vornherein informieren und bei Musiksendungen parallel CDs bestellen. "Die Portal-Anwendung ermöglicht etwa den Abruf verpasster TV-Sendungen, liefert Programmtipps und Informationen über neue verfügbare Sender und bietet eine digitale Videothek mit Spielfilmen, Serien und Dokumentationen", beschreibt Fuchs die Möglichkeiten.

Der Ausbau mit begleitenden Diensten zu KabelKiosk-Sendern und das Einbinden von HbbTV-Applikationen weiterer Anbieter ist vorgesehen. "Wir können diesen Service, sollte Interesse bestehen, auch in Österreich anbieten. Wir haben diverse Kooperationspartner unter den Kabelnetzbetreibern", erklärt Fuchs gegenüber pressetext.

ProSiebenSat1 und RTL nehmen Regelbetrieb auf

HbbTV ist auf der IFA ein brandaktuelles Thema. Bereits im Vorfeld der Messe hat die ProSiebenSat1-Sendergruppe angekündigt, den HbbTV-Live-Betrieb aufnehmen zu wollen. Gestern ist die RTL-Mediengruppe nachgezogen und hat angekündigt, dass der Regelbetrieb mit HbbTV bereits mit dem Start der Messe heute, Freitag, aufgenommen wird.



Kabel Deutschland


Kostendruck: Asiaten torpedieren SMA Solar

Aachen/Niestetal - Der aktuell weltgrößte Hersteller von Solarwechselrichtern SMA Solar bekommt den Druck durch die asiatische Konkurrenz zu spüren. Sie macht den Deutschen dank deutlich niedrigerer Materialkosten sogar die Weltmarktführerschaft streitig, berichtet das Solarstrom-Magazin Photon. Die Lage der Wechselrichterproduzenten ist demnach bereits ähnlich bedrohlich wie jene der Modulhersteller, denen besonders Chinas Billiganbieter laufend Marktanteile abluchsen.

Noch erzeugt die deutsche Industrie sechs von zehn weltweit verkauften Wechselrichtern. Und noch ist SMA Solar mit einem Marktanteil von über 40 Prozent unangefochtener Marktführer. Das kann sich aber bald ändern, meinen die Branchenkenner. "Achten die Wechselrichterhersteller nicht auf ihre Kostenstruktur, blüht ihnen schnell das gleiche Schicksal wie den deutschen Zellherstellern", meint Photon-Sprecher Bernd Schüßler im Gespräch mit pressetext.

Effiziente Entwicklungsarbeit

SMA gibt laut Photon-Berechnung rund doppelt soviel Geld für die Bauteile seiner Geräte aus wie etwa der koreanische Hersteller Dasstech. Zwar messen die Experten die Materialkosten von 172 Euro für einen vergleichsweise kleinen Dasstech-Wechselrichter mit 3,3 Kilowatt Nennleistung an den Durchschnittskosten bei SMA, womit der Vergleich ein wenig hinkt. Das Bedrohliche im Gerangel um die Marktführerschaft ist jedoch, dass die Koreaner nicht durch das Kopieren vorhandener Konzepte kostengünstig produzieren, "sondern weil sie im Gegenteil viel Aufwand in die Entwicklungsarbeit investieren", heißt es von Photon.

In der Drei-Kilowatt-Klasse liegen die üblichen Verkaufspreise mit 25 bis 40 Cent je Watt den Angaben zufolge fünf- bis achtmal über den Materialkosten des Dasstech-Geräts. Bei Mengenrabatten für Bauteile können die Preise zusätzlich sinken. Ohne Einsparungen - etwa am Design der Geräte - werden die deutschen Hersteller künftige Preiskämpfe verlieren, meinen die Marktexperten. In Sachen Qualität unterscheiden sich die Bauteile im Dasstech-Gerät nicht von denen anderer Hersteller.

Ölkatastrophe: Öffentlichkeit traut Forschern nicht

Santa Barbara/Konstanz - Der Einfluss von Forschern auf die öffentliche Meinung scheint geringer zu sein als bisher angenommen. Eine Untersuchung von kalifornischen Wissenschaftlern hat klar gezeigt, dass die Öffentlichkeit jenen Experten mehr traut, die erklären, dass Ölbohrungen gefährlicher sind, als jenen, die diese Gefahr herunterspielen. Das Wissenschaftsteam um Jessica Feezell und Eric Smith von der University of California in Santa Barbara sehen darin eine Bestätigung, dass Vorurteile der Öffentlichkeit schwerer wiegen als bislang angenommen.

"Generell stand und steht die Öffentlichkeit modernen Technologien in der Geschichte meist positiv und aufgeschlossen gegenüber", so Ernst Peter Fischer, Diplomphysiker und Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität von Konstanz im pressetext-Interview. Bei der Frage der Energiegewinnung steht zudem auch noch eine mögliche Einschränkung der Lebensqualität im Vordergrund. Fischer hält es zwar für möglich, dass die Bevölkerung skeptisch ist, doch das habe auf die tatsächliche Realität, weiter Öl zu fördern, keinen Einfluss.

Problematischer Umgang mit der Realität

"Es ist nicht gerade schmeichelhaft für die wissenschaftliche Gemeinschaft, wenn den Studienergebnissen von Experten kein Glauben geschenkt wird", meint Smith. Es stelle sich vor allem die Frage, welchen Forschern nun tatsächlich geglaubt wird und welchen nicht. Einige Sozialforscher nehmen an, dass wissenschaftliche Expertisen, die von Organisationen der eigenen politischen Richtung abgegeben werden, eher als glaubwürdig bezeichnet werden. Dabei sei die Quelle nicht von Bedeutung.

Fischer sieht in der wissenschaftlichen Beurteilung vor allem eines deutlich. "Gerade bei der Energiegewinnung geht es darum, möglichst sicher und effizient an den Rohstoff zu kommen. Dabei wird Politikern, die quasi eine Rückversicherung in Sachen Rohstoffgewinnung liefern, Glauben geschenkt", so Fischer. Die Öffentlichkeit tendiert also dazu, das zu glauben, was sie glauben möchte.

Alle wollen Autofahren und Fliegen

"Einen geschlossenen Protest hat es auch nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko nicht gegeben", kritisiert Fischer. Das bedeute, dass die Öffentlichkeit in dieser Causa nicht in Bewegung ist. "Das ist wohl darauf zurückzuführen, dass jeder Auto fahren und fliegen will und genau weiß, dass man dafür Öl braucht", erklärt Fischer. Es gebe kaum Menschen, die wirklich bereit sind zu verzichten. "Der Wunsch jedes einzelnen geht dahin, dass jemand anderer tätig werden soll."

"Menschen haben immer das genommen, was gerade bequem für sie war", erklärt der Forscher. Daher müsse die wissenschaftliche Gemeinschaft zur Erkenntnis kommen, dass man Einsichten nicht kaufen kann.



Tankgewinnspiel.com


Laser versorgt fliegenden Helikopter mit Strom

Denver - Ein gebündelter Laserstrahl genügt, um einen kleinen, unbemannten Helikopter stundenlang in der Luft zu halten. Das hat LaserMotive, ein Spezialist für Energieübertragung per Laserstrahl (Beamed Power), im Rahmen der AUVSI Unmanned Systems Conference demonstriert. Immerhin sechs Stunden kann ein Flug dauern, so LaserMotive-Präsident Tom Nugent.

Dabei ist es der Motor des 22 Gramm schweren Modellhubschraubers, der die Flugdauer begrenzt. "Es handelt sich um einen kleinen kommerziellen Bürstenmotor, der nicht für einen so langen Betrieb gedacht ist", erklärt Nugent gegenüber dem New Scientist. Prinzipiell ist die Laserenergieübertragung für Anwendungen von Flugdrohnen bis hin zu Weltraumaufzügen interessant.

Ausdauerleistung

Bei der Demonstration wurde das Licht einiger Nahinfrarot-Laser in einen sieben Zentimeter breiten Strahl gebündelt, der automatisch den Hubschrauber verfolgt. Das Fluggerät nutzt geeignete Photovoltaikzellen, um aus dem Laserstrahl Strom zu gewinnen und den Motor anzutreiben. Im Prinzip fliegt der Minihubschrauber unter Laserantrieb, bis der Motor ausbrennt, so der LaserMotive-Chef. Theoretisch könnte Beamed Power ein unbemanntes Fluggerät aber mit Energie versorgen, solange der Laser nur passend ausgerichtet werden kann.

Das sieht das Unternehmen als wesentlichen Vorteil der Technologie. Denn Akkus oder Brennstoffzellen können unbemannten Fluggeräten nur zu einer begrenzten Flugdauer verhelfen. Zwar liegt der Rekordflug einer Solardrohnen liegt mittlerweile bei über zwei Wochen und Solar Impulse ist bereits ein bemannter Nachtflug mit Solarenergie gelungen. Doch besteht gerade für das schweizerische Projekt wenig Zweifel, dass längere Solarflüge mit schweren Geräten eine große Herausforderung sind.

Weltraumtechnologie

LaserMotive dagegen ist überzeugt, dass die Energieübertragung per Laser vielseitig beispielsweise auch für militärische Helikopter und Drohnen eingesetzt werden kann. Denkbar wäre, dass Fluggeräte über einer Laserbasis interne Akkus aufladen und somit praktisch beliebig lange in der Luft verweilen können.

Dass Beamed Power für große Aufgaben gedacht ist, unterstreicht die Tatsache, dass die Technologie auch für die Energieübertragung bei Weltraumaufzügen angedacht ist. Die NASA hat im November 2009 einen Wettbewerb veranstaltet, wo Kletterroboter an einem 900-Meter-Kabel mit eben dieser Form der Energieversorgung auskommen mussten. Dabei konnte sich LaserMotive als erstes Team 900.000 Dollar Preisgeld sichern.



"Schweine fliegen" - Kommt Duke Nukem Forever?

Seattle - "Wenn Schweine fliegen" - Diese kryptische Antwort gab George Broussard, Chef der inzwischen bankrotten Spieleschmiede 3D Realms, 2006, als er in einem Interview auf den Erscheinungstermin des seit 1997 in der Entstehung befindlichen Computerspiels "Duke Nukem Forever" einging. Nachdem Entwickler 3D Realms im Mai 2009 Insolvenz anmeldete, schien die Saga rund um das Erscheinen Duke Nukem Forevers allerdings ihr letztes Kapitel erreicht zu haben.

Doch obwohl der Hersteller seit über einem Jahr nicht mehr existiert, verdichten sich nun Gerüchte, dass das Spiel, an dem Publisher Take2 die Rechte hält, nun von einem anderen Entwickler fertig gestellt werden soll. Das durch das Actionspiel "Borderlands" bekannte Studio "Gearbox" soll sich unbestätigten Berichten zufolge nun an die Fertigstellung des von einer nach wie vor breiten Fanbasis erwarteten Computerspiels machen. Gearbox-Chef Randy Pitchford wollte entsprechende Gerüchte nicht bestätigen - verneinen wollte er sie jedoch ebenso wenig.

Fliegende Schweine

Nun gießen der ehemalige 3D-Realms-Chef Broussard und der Synchronsprecher der Spielfigur Duke Nukem, Jon St. John, Öl ins Feuer der Gerüchteküche. Broussard postete kürzlich auf Twitter ein Bild fliegender Schweine, was Beobachter als Indiz dafür werten, dass das Spiel nun doch noch kommen soll.

Synchronsprecher St. John twitterte ebenfalls. "Bin unterwegs zur PAX Seattle", ließ er über den Online-Dienst verlauten. Dabei handelt es sich um die Spielemesse Penny Arcade Expo (PAX), bei der auch Gearbox-Chef Pitchford vor Ort sein wird. Er werde dort die "Situation genauer klären", erwähnte er bereits vorab.

Es wäre also denkbar, dass Duke Nukem Forever nach 13 Jahren Entwicklungzeit, unzähligen Verschiebungen und der Pleite von Entwickler 3D Realms nun eine neue Heimat gefunden hat. Klarheit wird die Videospielmesse bringen, die heute, Freitag, eröffnet wird.

Erfolgsgeschichte mit Schönheitsfehlern

Die Spielfigur erlangte zu Beginn der Neunziger Bekanntheit, als die 3D-Realms-Vorgängerfirma Apogee den blonden Muskelprotz Duke Nukem zum Protagonisten eines gleichnamigen Jump & Run-Titels machte. Die fehlende Political Correctness des Duke und seine markigen Sprüche machten ihn zu einer Ikone des Computerspielzeitalters. Nach einem zweiten 2D-Teil sorgte 1996 Duke Nukem 3D für Furore, das neben Spielen wie Doom oder Wolfenstein 3D zu den Begründern des Shooter-Genres gezählt werden kann.

Im Jahr 1997 begann dann die Entwicklung von Duke Nukem Forever - und fand bis heute kein Ende. Zwar machte die Spielfigur einige Ausflüge auf verschiedene Konsolen und fand sich auch in weniger aufwendigen Spielen wie "Duke Nukem: Manhatten Project" wieder, der legitime Nachfolger von Duke Nukem 3D lässt jedoch bis heute auf sich warten.

Zahllose Male wurde das Spiel angekündigt, wurden Szenen daraus gezeigt, wurden Spiele-Engines aufgrund der extrem langen Entwicklungszeit durch aktuellere Versionen ersetzt, bis das Spiel gemeinsam mit 3D Realms - so schien es zumindest - unterging. Man darf gespannt sein, ob Gearbox das Epos tatsächlich wieder zum Leben erweckt. Eine treue Fanbasis hätte der Duke jedenfalls nach wie vor.



Gamesload – das Portal für PC-Spiele


Saab rührt Gripen-Werbetrommel im Osten

Stockholm - Nachdem die Schweiz ihre Entscheidung über die Anschaffung neuer Kampfflugzeuge auf 2015 vertagt hat, rührt der schwedische Rüstungskonzern Saab, der sich mit dem Kampfflugzeug Gripen um Verträge mit der Schweiz bemüht hatte, einstweilen andernorts die Werbetrommel für seine Jets. "Es gibt eine große Zahl an europäischen Ländern, die ihre alten Jets aus der Sowjet-Ära in der nächsten Zeit ersetzen wollen", erklärt Saab-Sprecher Lars Jansson auf Anfrage von pressetext.

Saab könnte sich in diesen Regionen also eine gute Marktposition schaffen, wenn man es schafft, Aufträge an Land zu ziehen. "Unser Hauptkonkurrent ist Lockheed Martin mit der F16. Die USA üben starken politischen Druck aus, um ihre Jets an den Mann zu bringen", so Jansson. So böte Washington häufig billige, gebrauchte Jets an, die zwar günstig in der Anschaffung, dafür aber umso teurer im Unterhalt seien. Saab verweist auf das gute Preis-Leistungsverhältnis seiner Jets und versucht, mit flexiblen Finanzierungslösungen dagegen zu halten.

Folgeaufträge aus Thailand wahrscheinlich

"Wir exportieren den Gripen seit mittlerweile 15 Jahren erfolgreich", erzählt Jansson. Derzeit führen die potenziellen Kunden Indien und Brasilien Tests mit den Flugzeugen durch, zudem habe Saab auch Kroatien, Rumänien, Bulgarien und der Slowakei Angebote unterbreitet. In Asien hat Thailand Interesse an der Anschaffung zusätzlicher Gripen-Jets und Malaysia, wo in absehbarer Zeit alte Mig-29-Flugzeuge ersetzt werden sollen, hat ebenfalls Interesse am Saab-Düsenjäger.

"Es war unglücklich, dass die Schweizer ihre Entscheidung verschoben haben, aber die Finanzierungssituation war schwierig, ich war also nicht völlig überrascht", sagt Hakan Buskhe, seit 1. September neuer Saab-CEO. Er kann dem Aufschub auch Positives abgewinnen. "Gut daran ist, dass wir den Vertrag noch nicht verloren haben", sagt er. Bis zur Entscheidung der Eidgenossen 2015 will man sich gegen die Konkurrenzanbieter Dassault und EADS durchgesetzt haben.

"Der Gripen kostet die Hälfte der Konkurrenzmodelle, weil er viel leichter ist und dadurch mit nur einem Triebwerk auskommt. Zudem ist er leicht zu bedienen und günstig im Unterhalt", hebt Jansson die Vorteile des Saab-Jets hervor. Dass er nicht auf Flugzeugträgern landen und statt zehn Raketen wie der Eurofighter nur acht Flugkörper mit sich tragen kann, sei für die Schweiz kein Nachteil. "Wieso sollte man doppelt so viel für einen Jet zahlen, damit man zwei Raketen mehr transportieren kann?", fragt der Saab-Sprecher.

Sinkender Umsatz, steigender Gewinn

Saab ist der größte Rüstungskonzern Nordeuropas und beschäftigt rund 13.000 Arbeitnehmer. Saab-Produkte werden derzeit in 90 Ländern verkauft. Der Umsatz der Flugzeugsparte sank im ersten Halbjahr um 14 Prozent von 425,36 Mio. auf 365,68 Mio. Euro. Dennoch konnte Saab seinen Gewinn vor Steuern und Abgaben in Höhe von 20 Mio. Euro verbuchen, was einem Anstieg von fast 140 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2009 entspricht.

Schuld an dem Umsatzrückgang ist laut Saab der gegenüber dem Vorjahr niedrigere Aktivitätsgrad bei Großaufträgen wie der Gripen-Lieferung an Thailand und Südafrika, wo Saab-Jets vergangenes Jahr während der Fußball-WM für die Luftraumüberwachung gesorgt haben. Dass der Halbjahresgewinn trotzdem gesteigert werden könnte, schreibt Saab einem günstigeren Projektmix und der Restrukturierung der Luftfahrtsparte zu. Die Produktionskapazitäten seien für die nächsten Jahre ausgelastet, so Jansson.



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Brasilien erlebt extreme Waldbrand-Saison

Brasilia/Frankfurt - Brasilien erlebt derzeit eine Saison mit besonders vielen Waldbränden. Deren Zahl hat sich von Januar bis August im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt, berichtet die brasilianische Luft- und Raumfahrtbehörde INPE. Dahinter stehen vor allem Brandrodungen von Waldflächen für die Landwirtschaft. "Das Jahr war sehr trocken, was die Grundbesitzer nutzen, um Wälder zu roden oder bereits gerodete Flächen zu säubern. Viele Brände geraten dabei außer Kontrolle", erklärt Robert Maldonaldo, Amazonasexperte beim WWF Deutschland, gegenüber pressetext.

Rückschlag für gute Entwicklung

Ein Rückschlag ist das deshalb, da Brasilien bis zuletzt als einziges tropisches Land eine deutliche Bremsung der Entwaldung erreicht hat. "Seit Beginn der Aufzeichnungen in den 80er-Jahren wurde noch nie so wenig entwaldet wie im Vorjahr. Waren es 2004 noch 27.000 Quadratkilometer, so liegt die Zahlen für 2009 bloß bei 7.000. Ob der langfristige Trend auch dieses Jahr anhält, wird man aber erst im November endgültig wissen", so Maldonaldo. Kürzlich veröffentlichte Daten für 2010 gehen davon zwar aus, doch ist die Auswertung noch unvollständig.

Für den August 2010 zeigt das INPE durch Satellitenaufnahmen, dass es weniger Großbrände über 24 Hektar gab, während die Gesamtzahl der Feuer jedoch deutlich anstieg. Der WWF-Experte sieht dahinter Spekulationen der Grundbesitzer. "Zusätzlich zu den klimatischen Bedingungen in diesem Jahr stehen dahinter vermutlich auch Bemühungen, die strenge Forstgesetzgebung zu lockern. Die landwirtschaftlichen Konzerne hoffen auf Amnestien und mildere Strafen und stiften die Bauern an, die Wälder anzuzünden."

Land kämpft um seinen Regenwald

Ob diese Rechnung aufgeht, ist allerdings ungewiss. Brasilien ist zuletzt sehr positiv im Kampf gegen illegale Schlägerei aufgefallen und hat deren Rahmenbedingungen verschlechtert. Der bisherige Rückgang der Entwaldung gehe eindeutig auf "good governance" und nicht auf den erst seit 2008 fallenden Preis für Rinderfleisch oder auf den CO2-Handel zurück, so Maldonaldo. "Das Land hat sich zum Ziel gesetzt, die Entwaldung im nächsten Jahrzehnt ganz zu stoppen. Offensichtlich ist man stolz auf Amazonien und hat es als eigenes Interesse erkannt, es nicht zu verlieren. Nicht zuletzt will man als Weltmacht nicht unnötig mit Negativ-Schlagzeilen auffallen."



3 Euro stoppen die Säge - WWF


Ökologen fürchten Krill-Rückgänge

Oslo/Hamburg - Antarktischer Krill spielt in der Nahrungskette eine wichtige Rolle, denn er ist Nahrung für zahlreiche andere Lebewesen. Experten gehen davon aus, dass Krill aufgrund der riesigen Menge zu den größten Proteinquellen der Erde zählt. Nun warnen Ökologen davor, dass der Druck der globalen Fischindustrie dem nur sechs Zentimeter großen Krill stark zusetzen könnte.

"Krill spielt in der weltweiten Aquakultur eine immer größere Rolle", so Meeresbiologe Volker Siegel vom Hamburger Institut für Seefischerei gegenüber pressetext. Fischmehl aus Krill ist hochwertiger als jenes, das aus anderen Fischen gewonnen wird. Siegel schätzt das Gesamtvolumen des weltweiten Krills auf etwa 60 Mio. Tonnen. "Es gibt jedoch große Verbreitungsschwankungen. In den Gewässern um die Südshetland-Inseln ist die Dichte an Krill besonders hoch."

Wichtiger Bestandteil der Nahrungskette unter Druck

Das Übereinkommen über die Erhaltung der lebenden Meeresschätze in der Antarktis (CCAMLR) hat die jährliche Fangmenge des Krills mit 3,47 Mio. Tonnen festgelegt. Derzeit werden rund 150.000 Tonnen gefischt. "Das größte Problem dabei ist, dass die tatsächliche Krill-Fischerei nur ein relativ kleines Fanggebiet im Südwest-Atlantik umfasst. Dort kann es daher zu einem überproportionalen Rückgang von Krill kommen", erklärt der Experte.

"Der Antarktische Krill (Euphausia superba) kann bis zu sechs Jahre alt werden und wird erst mit zwei bis drei Jahren geschlechtsreif", erklärt Siegel. Das mache ihn anfälliger gegen Überfischung als bisher angenommen. Die Klimaänderung ist ein zweites Problem für die kleinen Krebstierchen, die zum Überleben das kalte Wasser und die Eisschollen brauchen. Daten deuten daraufhin, dass die Meeres-Erwärmung in den vergangenen Jahrzehnten zu einer Abnahme der Bestände geführt hat.

Kritik am Nachhaltigkeits-Zertifikat

Kritik an der Krill-Fischerei richtet sich vor allem gegen die norwegischen Aker Biomarine Fischereigesellschaft, die sich auf Krill in der Antarktis spezialisiert hat. Für die Aquakulturen - vor allem in der Lachszucht - hatte das Unternehmen 2009 rund 6.200 Tonnen Krill gefangen. In den ersten sechs Monaten 2010 stieg die Menge auf 8.600 Tonnen an.

Umweltschützer kritisieren nun, dass das Unternehmen im Mai das Marine Stewardship Council (MSC) Zertifikat für nachhaltige Fischerei bekommen hat. Mitglieder der Pew Environment finden die Jagd nach Krill für die Herstellung von Fischmehl für Aquakulturen als nicht zertifizierbar. Für Siegel ist das eine politische Frage: "Bei der MSC-Zertifizierung geht es darum, in welchem Zustand die Gesamtbestände sind und ob diese gesichert bzw. gut gemanagt sind oder nicht."

Siegel sieht einen Ausweg darin, dass in bestimmten Zonen Krill-Fischerei in kleinem Rahmen erlaubt werden sollte. "Das wäre wesentlich klüger als ein ozean-weites Limit", erklärt der Experte.



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Chips von u-blox stark gefragt

Thalwil - Der Schweizer Hersteller von Chips für GPS-Navigationssysteme und drahtlosen Kommunikationslösungen u-blox hat im ersten Halbjahr jegliche Erwartungen übertroffen. Dank einer starken Nachfrage wächst das Unternehmen nach dem leichten Dämpfer im Vorjahr wieder kräftig und bestätigt die vor wenigen Wochen angehobene Prognose. So geht der Halbleiteranbieter von einem anhaltenden Aufschwung aus. u-blox ist eigenen Angaben nach "hervorragend aufgestellt, um von den Technologietrends in zahlreichen Sektoren zu profitieren".

Kerngeschäft läuft rund

Besonders in den drei Kernbereichen des Chipherstellers Konsumgüter, Industrie und Automobile laufen die Geschäfte wieder rund. Die hohe Nachfrage füttert u-blox mit der anhaltenden Einführung neuer Produkte. Dabei setzt das Unternehmen auf die Kombination aus GPS- und drahtlosen Kommunikationsfunktionen. Starke Abnehmer findet der Anbieter etwa im Bereich GPS-fähiger Netbooks oder Smartphones sowie bei Notruf- und automatischen Fahrzeug- und Personenortungssystemen.

Den Ausblick hat u-blox zuletzt auf einen Umsatzanstieg von 50 Prozent auf 110 Mio. Franken angehoben. Dabei geht der Betrieb davon aus, dass er die Kundenbedürfnisse trotz Kapazitätsengpässen seitens seiner Lieferanten erfüllen kann und die Wechselkurse stabil bleiben. In der ersten Jahreshälfte 2010 erzielte das Unternehmen ein Gewinnplus von 293 Prozent auf sechs Mio. Franken. Darüber hinaus ist der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 44,3 Prozent auf 49,3 Mio. Franken geklettert. Brutto- und Betriebsgewinn legten ebenfalls stark zu.



Falk Echt-Sicht

Huawei bringt Smartphone zum Kampfpreis

Berlin - Huawei, bisher hierzulande vor allem als Hersteller von 3G-Modems bekannt, hat im Rahmen der IFA sein erstes Smartphone "IDEOS" vorgestellt. Es arbeitet mit dem Betriebssystem Android 2.2 "Froyo" und punktet vor allem durch den günstigen Preis. Je nach Land wird es zwischen 100 und 200 Dollar kosten - ein Kampfpreis verglichen mit den anderen Smartphones am Markt.

"Es kombiniert hochwertige Hard- und Software mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis", sagt Victor Xu, CMO bei Huawei. "IDEOS soll ab nächster Woche weltweit in vielen Ländern angeboten werden. In Deutschland wird es voraussichtlich ab Oktober erhältlich sein", so Xu gegenüber pressetext.

WLAN-Router

Das Gerät ermöglicht mobilen Internetzugriff mit über 7,2 Mbit/s, duale WCDMA- und WLAN-Unterstützung sowie eine Vielzahl anderer Breitband-Zugriffsmöglichkeiten. Außerdem bietet das Smartphone als WLAN-Router Internetzugriff für bis zu acht WLAN-Geräte gleichzeitig und bietet somit eine Reihe von Möglichkeiten für mobilen Internetzugang.

Smartphone für größere Nutzerzahl

Erhältlich in verschiedenen Farben unterstützt IDEOS den schnellen Zugriff auf eine breite Anzahl an Funktionen wie beispielsweise Sprachwahl und -navigation. Durch mehr als 80.000 Anwendungen aus den Bereichen Kommunikation und Unterhaltung sowie Office- und Finanzsoftware im Android Market ist es universell einsetzbar, so Huawei. Die Anwendungen können auf dem integrierten Speicher installiert oder direkt auf einer SD-Karte ausgeführt werden.

Kevin Tao, CEO von Huawei Device, ergänzt: "Die Beliebtheit von Smartphones ist die Basis, um mobiles Breitband für eine größere Nutzerzahl bereitzustellen, was auch Googles Strategie hinsichtlich mobilem Internet entspricht. Wir freuen uns, dass wir unser Ziel, ein Smartphone im Preissegment um 150 Dollar anzubieten, das ein ausgezeichnetes Nutzererlebnis bietet, bereits erreicht haben. IDEOS ist eine kostengünstige Alternative und ermöglicht Nutzern einfachen Zugang zum mobilen Internet."



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